Was meinst du, steht die deutsche Sprache nicht konträr gegenüber der Marketingsprache, weil dort einfach und bequem als Hauptwörter dienen?
ChatGPT:
Ja, das ist ein spannender Punkt! Die deutsche Sprache und die Marketingsprache stehen tatsächlich in vielen Aspekten im Widerspruch. Während Deutsch durch seine Präzision, Komplexität und strukturelle Strenge besticht, lebt die Marketingsprache von Einfachheit, Emotionalität und maximaler Verständlichkeit.
1. Präzision vs. Einfachheit
Deutsch erlaubt eine hochpräzise Ausdrucksweise – gerade durch seine Komposita und detaillierte Syntax. Im Marketing hingegen soll eine Botschaft schnell, leicht verdaulich und eingängig sein.
- Deutsch: „Eine langfristige, strategische Marktanalyse zur Effizienzsteigerung.“
- Marketing: „Mehr Erfolg mit klarem Plan!“
Hier zeigt sich der erste Konflikt: Deutsch differenziert gerne, während Marketing verallgemeinert und emotionalisiert.
2. Sprachökonomie: Komplizierte vs. einfache Wörter
Deutsch liebt lange, zusammengesetzte Wörter, während Marketing nach kurzen, griffigen Begriffen sucht. Ein Beispiel:
- Deutsch: „Benutzerfreundlichkeit“
- Marketing: „Easy to use“
Englische Begriffe dominieren hier, weil sie kürzer und direkter sind. Das deutsche Pendant wirkt oft sperrig oder zu technisch.
3. Bequemlichkeit und Emotionalisierung
Marketing setzt auf Wohlfühl-Wörter: „einfach“, „schnell“, „bequem“, „effektiv“. Diese Wörter lösen positive Emotionen aus und senken die kognitive Hürde für den Kunden. Deutsch hingegen liebt präzise, aber auch oft kompliziertere Begriffe, die manchmal „technokratisch“ oder „bürokratisch“ klingen.
- „Nutzen Sie die Optimierungsmöglichkeiten Ihrer Arbeitsprozesse.“
- „Arbeiten Sie smarter, nicht härter!“
Das zweite Beispiel spricht emotional an und vermittelt ein positives Gefühl – das erste klingt wie aus einem Verwaltungsdokument.
4. Die Dominanz des Englischen im Marketing
Das Marketing hat viele deutsche Begriffe durch englische ersetzt, weil sie frischer und moderner klingen:
- „Meeting“ statt „Besprechung“
- „Launch“ statt „Markteinführung“
- „Customer Journey“ statt „Kundenreise“
Diese Entwicklung zeigt, dass die deutsche Sprache oft als zu sperrig für Marketingzwecke empfunden wird.
5. Fazit: Der ungleiche Kampf
Die deutsche Sprache und die Marketingsprache haben unterschiedliche Ziele:
- Deutsch will genau sein, Marketing will überzeugen.
- Deutsch analysiert, Marketing emotionalisiert.
- Deutsch beschreibt, Marketing verkauft.
Daher wird sich das Marketing weiter von klassischen deutschen Strukturen entfernen und stärker auf Einfachheit und englische Begriffe setzen. Die Frage ist nur: Ab wann ist das noch Deutsch – und wann nur noch „Denglisch“? 😃